Chronik

Die ersten Jahre

Im Oktober 1971 trafen sich 28 Freunde der Schalmeienmusik im Lokal Nemenich in der Saarbrücker Straße 224, zur Gründung eines Vereines. Sie beschlossen den Namen des Vereins, Schalmeien- und Kulturverein Dudweiler, sowie eine Satzung, nach welcher der Hauptzweck des neugegründeten Vereins sein solle, die Kultur des Volks- und Arbeiterliedes zu pflegen und zu fördern. Zum Vorsitzenden wurde Rudolf Strauß gewählt, welcher später für seine Leistungen zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde.

Mit zehn Instrumenten wurden die ersten Proben, unter der Leitung des Dirigenten Rudolf Strauß, am gleichen Ort begonnen. Zu den ersten Stücken gehörten der Sportmarsch und der Bergmannsmarsch, welcher bis heute noch regelmäßig aufgeführt wird. Innerhalb kürzester Zeit konnte die Schalmeienmusik in die Umgebung aber auch über die Landesgrenzen hinweg getragen werden, zum Beispiel nach Bad Dürkheim oder Deidesheim in der Pfalz.

Auf der ersten Mitgliederversammlung nach der Gründung, im April 1972, wurde Emil Eifler zum Vorsitzenden gewählt. Ebenfalls in diesem Jahr haben Karl Fries und sein Bruder Heinrich Fries die Leitung des Orchesters übernommen.

Die Proben wurden bald verlegt, in die Grubenschenke (Menage) an der Grube Hirschbach. Mit diesem Lokal sind viele Erinnerungen verbunden, wie das erste Sommerfest auf dem Freiplatz vor der Gaststätte. Bedingt durch den Abriss musste dann jedoch von der Grubenschenke in das Lokal Bender in der Bahnhofstraße ausgewichen werden. Schon 1978 wurde dann wieder weitergezogen, dieses Mal in die Marktschenke.

Dem Orchester folgte bald eine Songgruppe, die zu Beginn von Hans Weirich geleitet wurde, später übernahm dies Rainer Weyrich. Auch eine Tanzgruppe oder eine Blaskapelle unter der Leitung von Arno Bomm aus Wiebelskirchen wurde initiiert, leider haben sich diese Sparten nicht durchgesetzt, sodass bis heute lediglich das Schalmeienorchester besteht.

Kurt Ackermann übernahm den Dirigentenstab von den Gebrüder Fries dann ab 1974 für ein Jahr, bereits 1975 gab er den Posten wieder ab an Hans Scherer, welcher von da an bis 1983 dem Orchester als Dirigent vorstand.

Durch das Engagement des Vorsitztenden Emil Eifler und die Unterstützung des damaligen Bürgermeisters Hermann Schon konnte sich der Verein einen festen und eigenen Probenraum im Keller der Turmschule sichern, der bis heute als solcher für Proben, Vorstandssitzungen und kleinere Feiern genutzt wird.

Konzerte und Veranstaltungen mehren sich

Zu den traditionellen Veranstaltungen des Vereines fügten sich nach und nach das Parkkonzert im Dudweiler Stadtpark seit der Errichtung des Musikpavillons 1979, an welcher der Schalmeien- und Kulturverein Dudweiler e.V. maßgeblich beteiligt war, regelmäßige Konzerte beim Sommerfest „Rund um die Ludwigskirche“ in Saarbrücken sowie diverse alljährliche Verpflichtungen auf den verschiedenen Vereinsfesten in und um Dudweiler.

Adventskonzerte in der Ludwigskirche und auf den Weihnachtsmärkten in Herrensohr und Dudweiler wurden zum regelmäßigen Jahresabschluss des Orchesters.

Ab 1983 dirigierte Olaf Kettenhofen das Orchester und brachte sein musikalisches Talent und Wissen ein, um die Schalmeienmusik deutlich weiter zu entwickeln. Auch als Arrangeuer für Notensätze hat er zum Repertoire beigetragen. Er gab in jeder freien Minute zusätzlichen Unterricht an Noten und Instrumenten für die jüngsten Musiker in der Reihe.

Zu Beginn der 90er Jahre gab es eine Übergangsphase, als Olaf Kettenhofen aufgrund seiner beruflichen Verpflichtung dem Orchester nicht mehr vorstehen konnte. Unsere Musiker und treuen Mitglieder Heinrich Caspari und Dieter Schubmehl haben in dieser Zeit provisorisch als Dirigenten zur Verfügung gestanden, um diese Lücke zu schließen.

Schalmeienorchester mit Trompete

Im Jahr 1992 besuchte uns ein privater Freund von Familie Eifler in der Probe. Günter Häußler, ursprünglich aus Dresden stammend, war auf der Suche nach einer musikalischen Freizeitbeschäftigung. Ursprünglich darum gebeten, einmal im Monat zu Gast mit dem Orchester neue Musikstücke einzustudieren, übernahm der Berufsmusiker mit Freude recht schnell die gesamte Leitung des Orchesters, inklusive aller Proben und Auftritte.

Ganz klar hat sich in dieser Zeit die Musik und vor allem das breitgefächterte Repertoire positiv und die Qualität der Darbietungen auf ein sehr hohes Niveau entwickelt.

Als „I-Tüpfelchen“ auf den Schalmeienklängen wurde es oft bezeichnet, wenn Günter Häußler das Orchester mit seiner Trompete als Soloinstrument unterstützte. Ein ganz besonderer Klang, der seinesgleichen suchte und den wir und unsere Zuhörer zu schätzen wussten.

Höhepunkte in den 90er-Jahren waren mit Sicherheit die Konzerte bei den Naturfreunden in Dettingen und die internationalen Schalmeientreffen in Straßburg.

Der Vorsitz des Vereins wurde 1993 von Emil Eifler an seinen Sohn Horst Eifler „weitergereicht“, welcher zuvor schon seit der Gründung des Vereins als Noten- und Instrumentenwart und später ab 1983 als stellvertretender Vorsitzender im Vorstand aktiv war.

Abschied von Familie Häußler

Im Jahr 2010 mussten wir uns leider von Günther Häußler als Dirigenten verabschieden, der mit seiner Frau Anne zurück in die Heimat nach Dresden zog. Erneut klaffte eine Lücke, die es zu schließen galt.

Kurzzeitig konnte der frühere Dirigent Olaf Kettenhofen dazu gewonnen werden, das Dirigat zu übernehmen, was er dann für ein Jahr inne hatte. Danach sprang Uwe Kummer, vormals stellvertretender Dirigent, mit der Unterstützung durch Horst Eifler, ein und leitete das Orchester für drei Jahre, von 2011 bis Ende 2014. Zu den Proben für die Weihnachtskonzerte 2014 konnte der junge und sehr aufgeweckte Dirigent Uwe Caspari aus den eigenen Reihen verpflichtet werden, der sich seither daran macht, bei Beibehaltung der Traditionen und selbstverständlich unter Wahrung des Vereinszweckes, das Repertoire des Orchesters aufzufrischen und an jüngere Zuhörer anzupassen, aber auch bei den traditionellen Stücken durch weiteren Schliff den Glanz der Musik weiterzuentwickeln.

Jubiläumsjahr

2016 feiern wir unser 45-Jähriges Vereinsbestehen und wir freuen uns sehr darüber, mit vielen Musikfreunden und Schalmeienliebhabern dieses Fest am Wochenende des 13. und 14. Augustes auf dem Gelände des Heimat- und Kulturvereins Dudweiler e.V. zu begehen.